03.12.11

Need you now





"Picture perfect memories,
Scattered all around the floor.
Reaching for the phone cause, I cant fight it anymore."

German Post, 'cause, i want to let it go, and the words will flow when i begin,
and i don't wanna think about it twice, to translate it, I'm sorry...

Ich bin ausgelaugt,müde,geschafft,traurig.
Ich hasse mich dafür, dass ich mir alles immer zu Herzen nehme.
Ich hatte die wohl wertvollsten aber auch traurigsten Tage hinter mir.
Wertvoll, weil ich mir über so vieles Gedanken gemacht habe, so viel erfahren habe,
so viel neues kennengelernt habe,
Traurig, weil ich so viel erschreckendes gehört habe, mich als aussenseiter gefühlt habe,
in einer Situation, in der nicht das Aussenseiter werden mich erschreckt,
Sondern erschreckt, wie groß die Gruppe ist, der ich nicht angehöre.

Montag und Dienstag kam ich nach Hause und bin, im selben Moment wo ich drüber reden konnte erstmal in Tränen ausgebrochen, mehr oder weniger grundlos,
weil es mir gut geht.
Aber ich weine immer, immer viel zu schnell.

Ich bin noch für vieles so klein, also ich fühle mich so,
erst wenn da jemand ist, den ich beschützen muss, erst dann bin ich erwachsen.
Kennt ihr das?
Ich meine wenn ich mit Freunden Horrorfilme gucke, dann schau ich nicht hin,
weil ich noch 3 Wochen danach schlaflos und angsterfüllt wachliegen würde.
Aber wenn ich mitten in der Nacht mit 4 kleinen Mädels an der Hand während einer Nachtwanderung durch den Wald gehe, und es irgendwo im Unterholz knackt,
Und ich die Angst der Mädchen schon in ihren Worten spür, dann ist da plötzlich keine Angst mehr, dann erzähl ich den Mädels auch dass ich das war, und versuche ihnen all ihre Angst zu nehmen.

Aber das hatte ich Montag und Dienstag nicht, da war ich selber wieder das kleine Mädchen.

Jetzt zu den Tatsachen.
Wir hatten Selbstkompetenz Seminar.
Ein Seminar, in dem man seine Kindheit aufarbeiten sollte, und dann später
besser als Kindheitspädagoge arbeiten zu können.
Geleitet wurde das Seminar von demjenigen, der unseren Studiengang erst gebildet hat,
Hantel-Quitmann, googelt den man ruhig, er ist ein bekannter Therapeut?
Oder so, jedenfalls Psychologisch trifft er immer den Kern, in allem was man ihm erzählt.

Und so kam es, dass ich in einem Raum mit 27 Menschen, eine von den 3 wenigen war, die eine "normale" Familiengeschichte vorzuweisen hatte, könnt ihr euch das vorstellen? 3 von 27 Personen hatten eine liebevolle Familie, ohne größere Probleme.

Aber genau das hat mich vollkommen fertig gemacht.
Wir sollten uns als Kind unserer Familie darstellen,
Und ich kam mir vor, wie jemand der in eine Selbsthifegruppe geht,
Um sich am Leid anderer auzugeilen, oder so.
Jedenfallshabe ich mich nach den ersten 5 Geschichten schon nicht mehr getraut wirklich zu sagen, wie es mir erging, wie GUT es mir eben erging, weil ich Angst hatte, die anderen würden mich falsch verstehen, das Gefühl haben, dass ich mich wie etwas besseres fühle,
Und niemand hat das verstanden, außer eine der beiden die eine normale Familie hatten,
aber selbst als wir versuchten es den anderen zu erklären, kam nur noch viel stärker raus, wie wenig wir dazugehörten, weil uns eben niemand verstand.

Ich hatte das Gefühl, nicht die berechtigung zu haben, dort zu sein,
Als hätte ich mich darein geschummelt und als würde, weil es mir so gut ging,
Ich nie die Kinder, die ich später unterstützen möchte verstehen, weil ich eben nicht so etwas erlebt habe.

Und die anderen haben so viel Leid erlebt,
und trotzallem saße sie vor mir, lachend und im endeffekt glücklich,
Ich beneide sie darum,
So gut mit soetwas klar zu kommen,
wenn ich schon vom Leid anderer eine ganze Woche zu knabbern habe.

Mal sehen, wie es im Januar wird, wo noch 2 Seminartermine anfallen,
und im Sommersemester geht es dann weiter.


Tut mir leid, aber ich glaub ich musste das nochmal loswerden.

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